Portugal 2013

 
Reise-Teilnehmer: Egon, Bea Reiseautor: Egon Zimmermann

Endlich, nach allen Vorbereitungen und Planungen, geht's am 8. Mai los Richtung Genua.
Um die fast 2300 Km Autobahn bis nach Gibraltar nicht mit dem Motorrad fahren zu müssen, haben wir als Alternative eine Seereise von Genua bis Marokko gebucht. So können wir entspannt zwei Tage auf dem Mittelmeer herumschippern und uns für unsere "Heimreise" ausruhen.

Mittwoch, Tag 1. Lengnau - Genua
Da wir die Strecke ins Tessin und nach Genua zur Genüge kennen und nicht allzu viel Zeit vertrödeln möchten, gedachten wir für diese Etappe die Autobahn nehmen. Da aber noch ein paar andere auch Richtung Süden fahren wollten, gab es vor dem Gotthardtunnel den obligatorischen Stau und wir fuhren darum via Oberalp und Lukmanier und erreichen nach gut 6 Stunden unser Tagesziel.

Donnerstag, Tag 2. Einschiffen und Kabinenbezug
Man gönnt sich sonst ja nichts, darum haben wir uns für die 46 stündige Überfahrt für eine Suite entschieden. So haben wir doch ein wenig mehr Platz als in einer Innenkabine. Also sind wir frühzeitig zum Hafen gefahren und haben uns in die wartenden Fahrzeuge eingereiht. Die Abfahrt war für 13 Uhr geplant. Nach gut 2 Stunden Warterei ohne Bewegung in der Kolonne habe ich mich dann mal bei einem Angestellten der Reederei erkundigt, wann endlich die Einschiffung losgehen würde. Ich bekam keine erfreuliche Antwort. Da es leider am Dienstag im Hafen ein Unglück mit mehreren Toten gab, verzögere sich der Verlad der Fahrzeuge und die Abfahrt um etwa 4 Stunden. Na Super, wir standen mit den Motorradklamotten in der Sonne und mussten warten. Schliesslich durften wir um ca. 14 Uhr an Bord. Nach dem Kabinenbezug war erstmal Duschen angesagt. Dann besorgten wir uns ein kühles Bier und schauten dem Verlad der völlig überladenen Transporter zu, die unvorstellbare Mengen von Waren nach Marokko transportierten. Wir mussten zeitweise lachen, als wir sahen, was da teilweise für Müll und Schrott meterhoch auf die Autos gepackt wurde. Bei uns hätten die Polizisten vermutlich beim Anblick dieser Vehikel einen Anfall bekommen und die Fahrzeuge sichergestellt.
Da es doch ein langer Tag war, haben wir uns in unsere Kabine zurückgezogen und sind relativ früh schlafen gegangen.

Freitag, Tag 3. Auf See Richtung Barcelona und Marokko
Nach einer unruhigen Nacht, in der wir anscheinend mehrere Tiefs durchquerten, sind wir um 10.30 Uhr in Barcelona angekommen. Wir haben noch eine Weile dem Aus- und Einladen zugesehen und sind dann mal was essen gegangen. Um 14 Uhr ging's dann weiter Richtung Tanger. Leider war das Wetter nicht allzu schön, Liegestühle gab es auch keine auf Deck, so dass es nichts mit sonnenbaden wurde.

Samstag, Tag 4. Weiter nach Marokko und dann von TangerMed nach Algeciras
Ein langweiliger Tag mit vielen Wolken. Das einzig sehenswerte waren ein paar Delfine, die wir zufällig sahen. Um ca. 15.30 Uhr sind wir in Tanger angekommen und konnten zum Glück die Fähre schnell verlassen. Dann raus aus dem Hafen und Tickets besorgen für die Überfahrt nach Algeciras. Wieder durch alle Zoll- und Polizeikontrollen zurück zum Pier, wo wir dann mit 90 Minuten Verspätung Richtung Spanien ablegten. In Algeciras angekommen suchten wir uns ein Hotel und liessen den Tag mit einem Bierchen ausklingen.

Sonntag, Tag 5. Algeciras - Faro
Jetzt geht's richtig los. Erst noch das Moped volltanken, dann die richtige Strasse gesucht und das erste Tagesziel Ronda wird angefahren. Da ein Sportanlass und ein religiöses Fest die Innenstadt vollständig füllten, wurden alle Zufahrten gesperrt. Da wir bei geschätzten 28 Grad nicht mit den Motorradklamotten quer durch das Volk wandern wollen, wird es nichts mit der Besichtigung der "Punta Nuevo". Nach einem Kaffee fahren wir weiter nach Setenil de las Bodegas, wo viele Häuser direkt in die Felsen gebaut wurden. Bei einer Rundfahrt durch dieses Dorf können wir ein paar schöne Fotos knipsen. Weiter geht's durch die herrliche andalusische Landschaft Richtung Sevilla, das wir aber rechts liegenlassen und via Huelva über die portugiesische Grenze nach Faro weiterfahren. Nach dem Hotelbezug sahen wir uns noch die Altstadt von Faro an und genehmigten uns am Meer ein feines Abendessen.


Montag, Tag 6. Stadbesichtigung in Faro und Ausflug an die Küste der Algarve
Als erstes buchten wir eine Bootstour in das Naturschutzgebiet Ilha Deserta. Leider war dieser Ausflug eher langweilig, da nur sehr wenige Vögel zu sehen waren. Immerhin schien die Sonne, so dass wir auf der 90 minütigen Bootsfahrt ein wenig sonnenbaden konnten. Am Nachmittag fuhren wir nach Albufeira. Hier war im Gegensatz zu Faro richtig viel Betrieb. Unzählige Läden und Restaurants luden zum Flanieren ein. Nach einem kleinen Imbiss ging's dann wieder zurück nach Faro, wo wir uns ein Lokal fürs Nachtessen suchten.

Dienstag, Tag 7. Faro - Lissabon
Heute ging die Reise weiter in Richtung Lissabon. Da wir Albufeira schon am Vortag besucht haben, führen wir direkt zum südwestlichsten Punkt von Europa, dem Leuchtturm von Santa Vincentina. Ganz schön windig hier. Nach den obligatorischen Fotos und einem Kaffee ging's weiter, immer schön der Küste nach bis Sines, wo wir uns eine Pause mit einem leckeren Sandwich aus einer Bäckerei gönnten. Dann fuhren wir weiter bis Troia. Von hier aus gab es eine Fähre nach Setubal, und dann nur noch eine gute Stunde bis Lissabon. Das Hotel war schnell gefunden, und nach einer erfrischenden Dusche machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt, wo wir uns einen Apero gönnten. Beim Italiener gab's ein leckeres Nachtessen und dann machten wir Schluss für heute.

Mittwoch, Tag 8. Stadtbesichtigung Lissabon
Erstmal sind wir mit der berühmten "Electrico 28" eine Runde durch die Stadt gefahren. Dann war wandern angesagt und wir haben uns ein paar Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten angeschaut. Mit dem Elevator ging's hinauf in die Oberstadt, wo wir uns in einem Café stärkten. Mit einer ziemlich schräg anmutenden Strassenbahn ging's dann wieder runter in die Stadt. Wir entschlossen uns, auch hier eine Stadtrundfahrt mit einem Bus zu machen, so sieht man doch sehr viel von der Stadt.

Donnerstag, Tag 9. Lissabon - Porto
Nach rund 3 Stunden Küstenstrassenfahren, bei der wir auch noch den westlichsten Punkt von Kontinentaleuropa, den Capo da Roca, besuchten, wurde uns die Bummelei langweilig. Da auch noch ziemlich schwarze Wolken aufzogen, nahmen wir die Abkürzung über die Autobahn. Lustigerweise sahen wir mehr vom Land als auf der Nebenstrasse. So erreichten wir Porto beinahe trocken und suchten uns unser Hotel. Mit dem Taxi fuhren wir dann rein in die Stadt und verschafften uns einen ersten Eindruck. Da es ein wenig nieselte, hatten die meisten Gartenrestaurants geschlossen, so dass wir uns eben drinnen verköstigen mussten.

Freitag, Tag 10. Stadtbesichtigung Porto
Nach den guten Erfahrungen aus Lissabon mit der Busrundfahrt durch die Stadt machten wie dasselbe in Porto. Zusammen mit einer Gondelfahrt über die Portweinkellereien und der Besichtigung einer solchen haben wir einiges zu sehen bekommen. Anschliessend sind wir noch ein wenig durch die Stadt gebummelt und haben am Duoroufer, diesmal draussen, sehr gut gegessen.

Samstag, Tag 11. Porto - Madrid
Wegen der immer schlechter werdenden Wetterprognosen für die Pyrenäen entschlossen wir uns, diese links liegen zu lassen und via Madrid nach Andorra zu fahren. Also ging's los, quer durch Portugal und das spanische Hinterland in die Hauptstadt. Unterwegs sind wir durch einige Regen- und Hagelschauer gefahren, und es wurde mit 2-3 Grad recht frostig. In Madrid angekommen haben wir uns unter der Hoteldusche erst mal wieder aufgewärmt. Danach sind wir mit dem Bus mitten in die City gefahren und bekamen einen ersten Eindruck der Stadt. Mit ein paar Drinks und einem Nachtessen in einem der unzähligen Restaurants und der Rückfahrt zum Hotel beendeten wir den Tag.

Sonntag, Tag 12. Stadtbesichtigung Madrid
Zum Glück gibt's in jeder grossen Stadt die Bustouren, so bekamen wir auch in Madrid viel zu sehen.
Anschliessend noch ein wenig rumlaufen und Fotos schiessen. Wahnsinn, was da alles unterwegs war.
Als wir genug gesehen hatten, haben wir unseren Hunger in einem "Museo del Jamon" mit leckerem Schinken und einem Bierchen gestillt. Dann haben wir uns wieder per ÖV zum Hotel aufgemacht.

Montag, Tag 13. Madrid - Andorra
Heute waren wieder ein paar Autobahnkilometer angesagt. Eigentlich war das ja nicht unser Ziel, aber auf den Landstrassen kommt man einfach nicht so recht vorwärts, und von Land bekommt man auch auf der Schnellstrasse einen Eindruck. Ab Lleida ging's dann aber doch auf normalen Strassen weiter nach Andorra, so konnten wir doch noch ein paar Kurven geniessen. Im Hotel angekommen, nutzen wir erstmal ein wenig den Wellnesbereich und machten uns dann auf den Weg zum Shoppen. So günstig wir angepriesen war es jedoch nicht wirklich, so dass wir, auch aus Platzgründen, nicht allzu viel kauften.

Dienstag, Tag 14. Andorra - Verdonschlucht
Heute ging's über Land- und kurvige Strassen bis nach Perpignan, dann wieder auf die Schnellstrasse bis Orange. Von hier aus fuhren wir zum Mont Ventoux, dann wieder runter bis Sault. Wegen einer Baustelle durften wir einen etwa einstündigen Umweg fahren. So kamen wir dann etwas später als geplant zur Verdanschlucht, wo wir uns im Hotel Altitude 823 eine Luxusübernachtung gönnten. Für ein 2** Hotel haben die gesalzene Zimmerpreise. Wenigstens war der Ausblick vom Zimmer wundervoll und das Essen lecker.

Mittwoch, Tag 15. Verdonschlucht -Cuneo
Auf der "Rive Gauche" führen wir via Brianconette nach Entrevaux, wo wir uns einen Kaffee gönnten.
Dann ging's weiter via die "Gorges des Cians" nach Beuil und über den "Col de Guiolle" und den "Col de Turini" nach Sospel. Dort war Mittagspause angesagt. Dann fuhren wir noch über den "Col du Tende" nach Cuneo in Italien. Nach einem Stadtbummel durch diese schöne Kleinstadt und einem superfeinen Apero machten wir für heute Feierabend.

Donnerstag, Tag 16. Cuneo -Lengnau
Letzte Etappe. Via Autostrada fuhren wir zu Lido di Lugano, wo wir die letzten Sonnenstrahlen am Ufer des Luganersees genossen. Da der Pass noch geschlossen war, mussten wir den Gotthardtunnel durchfahren und durften dann die letzten 20 Km noch im Regen heimfahren.

Fazit:
Dank der vor dem Urlaub noch eingebauten Wilbers Federbein und Federgabeln war das Fahren ein Genuss, kein Vergleich zu vorher. Selbst vollbeladen und mit Seesack auf dem Top Case kam auf den insgesamt zurückgelegten 4651 Km nie ein unsicheres Gefühl auf.
Die Reise war trotz der Routenänderung ein tolles Erlebnis, obwohl die Temperaturen und das Wetter, gelinde gesagt, zum Heulen waren.
Insgesamt sind wir trotzdem nur etwa eine Stunde im Regen gefahren.
Die Fähre war leider nicht so der Hit, unfreundliches Personal, schlechte Information (nur durch Zufall erfuhren wir, das die marokkanischen Zollbeamten ihr Büro geöffnet hatten, um die für die Einreise benötigten Papiere zu erhalten).
Die gebuchte Suite war sicher besser als die engen Innenkabinen. Unserer Meinung nach hätten aber die Kabineneinrichtungen dringend eine Erneuerung nötig. Unterhaltung wurde keine geboten, die Restaurants und Bars waren bis auf eine Ausnahme nur sehr beschränkt geöffnet (meist dann, wenn wir keinen Hunger hatten).
Stühle oder Sitzgelegenheiten gab es sozusagen keine, so dass man sich nur im Stehen draussen aufhalten konnte.
Die ausgesuchten Hotels entsprachen meist den Erwartungen. Unser Tipp: ab 3 *** buchen.

Die Leute in den besuchten Ländern waren meist freundlich und hilfsbereit.

 

Bilderarchive findest du hier