Dolomitentour PAN EUROPEAN Club Zürich Freitag 31. August - Sonntag 2. September 2001

 
Reise-Teilnehmer: Holger, Thomas, Martina, Monika, Philipp Reiseautor: Holger Riedl
Freitag


Wir versammelten uns um 8’30 Uhr bei Thomas Schmitz in Tann. Bei (noch) trockenem Wetter mit einigen sonnigen Abschnitten machten sich 5 Motorräder auf den Weg Richtung Engadin. Zuerst auf Nebenstrassen, dann auf der Autobahn bis Landquart. Schwarze, tiefe Wolken verhiessen nichts Gutes. Kurz darauf hatten wir die ersten Regentropfen am Helmvisier ...

  Nach Landquart erste kleine Pause inkl. Volltanken der Motorräder. Das Prättigau ging es hinauf nach Küblis. Der Regen wurde immer stärker, so dass bald einmal eine Kaffeepause fällig war. Die Bemerkungen über das sch... Wetter waren zahlreich. Trotzdem, auf die Zähne beissen war angesagt, und schon waren wir wieder im strömenden Regen nach Davos – Flüelapass unterwegs.

Kühler wurde es ebenfalls, bei schlechter Sicht überquerten wir die Passhöhe im Nebel. Auf nasser Strasse Kies, Kuhsch...,  etc. An der Grenze in Martina kurzer Halt, „dringende Geschäfte mussten erledigt werden“ ... Nachdem wir dem Grenzposten in seiner Kabine zugewunken hatten, nahmen wir die 13 Kehren nach Nauders in Angriff.
Der Himmel leerte sich ohne Gnade über uns aus, darum wurde in Reschen die Mittagspause eingelegt.

Nach einer kleinen Stärkung wurden die halbtrockenen Anzüge einer weiteren Regenprobe unterzogen. Entlang dem Reschensee fuhren wir dem Vinschgau entgegen. Und siehe da, den Wettermachern ging langsam aber sicher das Wasser aus. Ein böhiger Gegenwind kam auf, und wir sahen besseren Zeiten entgegen. Praktisch trocken kamen wir nach 320 Km um 17’45 in der Pension Perwanger in S. Constantino an.

Alle freuten sich auf eine warme Dusche. Ach ja, da war ja noch Holger’s kleines Problem mit den Bremsbelägen. Kurzerhand wurden sie telefonisch bei Mitglied Franz bestellt, sodass sie gleich nach der Dolomitentour montiert werden konnten.

Nach dem Nachtessen wurde viel geredet und gelacht, und mit der Hoffnung auf Wetterbesserung (schlimmer kann es nicht werden), gingen wir nach Mitternacht in die Klappe.


Samstag


Während die einen sich einen sonnigen Ausschlaf gönnten (sind wir denn auf der Flucht ?), benutzten andere die ersten Sonnenstrahlen für eine mittlere Fahrzeugreinigung. Aha, durch die Motorradscheibe kann man auch durchsehen !

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir um 9’30 Uhr los. Bei schönem Wetter machte es viel mehr Spass, und dank den Funkgeräten konnten wir uns auch während der Fahrt unterhalten. Über Kastelruth ging es ins Grödnertal, hinauf zur Sella Gruppe.

Das Kurven-Eldorado lag vor uns. Sellajoch und Pordoijoch waren die ersten Pässe des Tages. Auf dem Pordoijoch machten wir die erste Pause. Und siehe da, die stinkenden Busse, und die lahmen Vehikel mit den gelben Nummern, die wir zum Teil mit Mühe überholt hatten, kamen heraufgekrochen ......

In flotter Fahrt ging es hinunter nach Arabba, an herrlichen Landschaften vorbei. Weiter zum Falzárego Pass, hinab nach Pocol, dann scharf rechts Richtung Giau Pass. Oben angekommen, wurde die Mittagspause eingelegt.

Gestärkt ging es dann hinunter nach Caprile, dann hinauf zum Fedáia Pass. Vom Marmolada Gletscher sahen wir dank Nebel nicht sehr viel, darum fuhren wir gleich weiter bis Canazei. Kurze „Zigarettenpause.....“, dann über den Karrerpass und das Eggental hinunter nach Blumau. Mit einer kleinen Zusatzschlaufe über Ponte Gardena – Seis, waren wir nach 238 Km um ca. 17 Uhr  im Hotel.

Gleich wurde die Hotelterasse angesteuert, Bier und Cola bestellt. Wenige Regentropfen wurden mit Sonnenschirmen von uns ferngehalten. Danach Duschen, Nachtessen und anregende Gespräche. Bettruhe wieder gegen Mitternacht. Neuer Tag, schönes Wetter !!

Sonntag

Abermals begann der Tag mit strahlend blauem Himmel. Nach dem Frühstück wurden die Hotel-Formalitäten erledigt und die sieben Sachen zusammengepackt.

Um 10 Uhr machten wir uns auf den Weg. Zuerst ging es gemütlich ins Tal hinunter nach Bozen. Dort fanden wir irgendwie den Weg durch das Strassengewirr. Hier ein Pfeil links, dort ein Pfeil rechts, die Strassenplaner hatten für uns einen komplizierten Riesenslalom ausgesteckt... Kurze Fahrt auf der Schnellstrasse, dann den Weinbergen und Obstplantagen entlang nach Eppan. Eigentlich wollten wir dort vor dem Mendelpass auftanken, die einzige offene Tankstelle war überfüllt.

So fuhren wir weiter, im letzten Moment sahen wir das Schild zum Mendelpass. Zügig nahmen wir die ersten Kehren in Angriff. Beim überholen der zweispurigen Vehikel wurde der Sprechfunk intensiv genutzt. Sobald Stimme des Vorfahrers ertönte  „Frei, Frei...........“ zog der Rest der Gruppe nach.

Zwischendurch schöne Weitblicke ins Tal hinunter. Hinter dem Mendelpass war erste Kaffeepause. In Fondo gönnten wir unseren Motorrädern ein paar Liter Benzin. Die Prozedur beim Auftanken wäre eine Geschichte für sich, jedenfalls standen die 10'000 Lire Noten hoch im Kurs...

Den hohen Türmen von Obstkisten entlang ging es weiter zum Stausee di S.Giustina. Die Strasse zum Tonale Pass ist gut ausgebaut, wir kamen flott voran. Auf dem Pass fand der obligatorische „Koffein“ halt statt. Tonale ist eines der typischen Retortenorte für die Wintersaison, grosse Hotelkästen, viele Liftanlagen. In der schneelosen Zeit ist hier nicht viel los.

Kurze Abfahrt nach Ponte di Legno, dann rechts zum Gaviapass. Die Strasse war anfangs noch gut ausgebaut, dies änderte sich aber schlagartig. Enge Kehren bei 1.5 m strassenbreite waren zu bewältigen. Es kam wie es kommen musste, wieder einmal stand uns ein grosser Kasten auf vier Rädern (genannt Wohnmobil) im Weg. Die Autos vorne und hinten standen auch quer in der Landschaft, irgendwie schafften wir es dann doch noch an diesem Ungetüm vorbei zu kommen. Auf dem Gaviapass wurden ein paar Photos gemacht. Nach einer 25 Km langen Talfahrt erreichten wir Bormio.

Hinter Bormio wieder kurze Pause. Weiterfahrt via  d’Eira Pass - Forcola Livigno – Bernina Pass. Auf dem Parkplatz der Diavolezza Bahn kurzer Stop für das Photoalbum.

Kurze Absprache über die Route, es ging weiter nach Samedan – La Punt – und über den Albulapass. Die Sichtverhälnisse auf der Passhöhe waren wegen dem Gegenlicht der Abendsonne nicht optimal. Die Strasse von der Passhöhe nach Tiefencastel hinunter war teilweise mit vielen Bodenwellen bestückt, das Ganze im Dämmerlicht, eine besondere Herausforderung .... Vor Tiefencastel weitere „Besprechung der Lage“ . Irgendwo wollten wir doch noch etwas Essen. Es wurde beschlossen direkt nach Tann zurückzufahren um dort eine Pizzeria aufzusuchen.

Nach 406 Km waren wir nach 21 Uhr zurück in Tann. Alles in allem war es doch ein gelungener Ausflug. Alle kamen heil zurück und abgesehen vom Freitag hatten wir grosses Wetterglück. Mit einem gemeinsamen Nachtessen liessen wir diesen schönen 3 tägigen Ausflug ausklingen.

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