Reise nach Nizza

 
Reise-Teilnehmer: Holger, Egon Reiseautor: Egon Zimmermann
Am Samstag morgen um 7.00 Uhr treffen wir uns in Baden beim Dancing Mirage. Wir, das sind Holger, Kevin und Egon.

Nach einer kurzen Routenbesprechung geht es los. Erst mal auf die Autobahn, Zeit sparen.
Via Bern, Thun, durch‘s Simmental und über den Col du Pillon fahren wir nach Aigle, dann weiter nach Martigny. Mittagessen ist angesagt. Nach dem Kaffee nochmals tanken, dann geht’s Richtung Grosser St.Bernhard.

Pech gehabt, die Passhöhe liegt in dichtem Nebel, im Schrittempo geht’s an den frierenden Touristen vorbei, aber schon einige Kurven weiter bricht wieder die Sonne durch. In rasanter Fahrt nähern wir uns Aosta. Hier merken wir erstmals, dass es August ist. Weiter geht die Reise, in der Ferne ist der Mont Blanc sichtbar. Seine weisse Spitze leuchtet in der Sonne, er macht seinem Namen alle Ehre.

In Pre St. Didier biegen wir ab zum Kleinen St. Bernhard. Je höher wir kommen, desto mehr kommt wieder Nebel auf. Schon die zweite Passhöhe, ohne Fotopause. In La Rosière eine kurze Pause.

Via Seez kurven wir gegen Val d‘Isere. Im Sommer sieht dieser Wintersportort ziemlich trostlos aus, aber jetzt steht uns die Überquerung des aus unzähligen Fernsehbildern bekannten Col d‘Iseran bevor.
Ziemlich steil, das Ding, aber für unsere Pan‘s kein Problem. Ruhig und gleichmässig geht’s bergauf, weit und breit kein Nebel in Sicht. Die ersten Fotos auf der Passhöhe werden geknipst.

Nach einer zügigen Abfahrt durch eine karge, aber schöne Landschaft erreichen wir Lanslebourg. Hier fahren wir die Rampen zum Mont Cenis hinauf, oben weht ein kalter Wind und auf der italienischen Seite heisst es, Regenhosen anziehen.

Langsam merken wir die lange Reise und fahren auf kürzestem Weg unserem ersten Tagesziel Briancon entgegen.
Kaum sind wir in unserer Herberge (Gide d‘ Etape)  angekommen, bricht ein Hagelgewitter über uns herein. Jetzt heisst es für uns raus aus den Töffklamotten und ein gutes Restaurant gesucht. Im oberen Teil der Stadt, einer alten Befestigungsanlage werden wir fündig und lassen den Tag bei einem sehr guten Nachtessen nochmals Revue passieren.
Da mein Sohn Kevin beim Essen einen harten Kampf mit dem Sandmännchen austrägt und am Tisch beinahe einschläft, ziehen wir uns nach einigen Bierchen diskret zurück. Morgen ist auch noch ein Tag.

Frühmorgens werden wir von einer lachenden Sonne geweckt. Hurtig aufstehen, frühstücken (leider nicht so gut), ab in die Stadt, tanken und los geht’s , der Col d‘ Izoard wartet auf uns.
Eine wunderschöne Passfahrt ohne Verkehr bringt uns nach Guillèstre, von dort geht es über den Col du Vars dem Dach unserer Reise entgegen. In Jausiers liegt er vor unseren Rädern, der höchste befahrbare Pass in Europa, der Col de la Bonette (2802 MüM). Schon die Zufahrt zur Passhöhe ist ein Vergnügen, Kurven so weit das Auge reicht. Die Gegend ist grandios, man kommt sich klein und mickrig vor. Auf dem Kulminationspunkt ist Fotopause.

Kevin erklimmt den Aufstieg zur Aussichtsplattform, die noch einige Höhenmeter über dem Kiosk liegt.

Von nun an geht’s bergab. Bis nach Nizza fehlen uns noch ca. 145 km. Der erste Teil der Abfahrt ist wegen der mit Rollsplitt geflickten Strasse eine heikle Angelegenheit, weiter unten können wir unsere Motorräder jedoch laufen lassen. Um drei Uhr Nachmittags erreichen wir Nizza. Wir beziehen unser Hotel (Hotel ETAP), ziehen unsere Strandgarderobe an und geniessen die restlichen Stunden dieses Tages am Meer.
Nach dem Abendessen sehen wir uns noch ein wenig die Stadt an, was für ein Betrieb. Kevin wird um 22 Uhr ins Bett geschickt, Holger und ich genehmigen uns an der Bar noch einige Schlummerbecher, bevor wir uns hinlegen.

Der dritte Tag beginnt mit einer Enttäuschung, es giesst wie aus Kübeln. Also wieder die Regenhosen. Auf der Küstenstrasse fahren wir nach Monaco, um noch schnell auf der Formel 1 Strecke eine Runde zu drehen. Dann brausen wir auf der Autobahn heimwärts. Bis nach Mailand kämpfen wir uns durch die Wassermassen. Plötzlich scheint wieder die Sonne, ist doch angenehmer zum Töffahren.
Zum Dessert rumpeln wir noch die Tremola hinauf, was für ein Genuss. In Andermatt tauchen wir wieder in ein Nebelmeer. Scheisse, null Sicht. Weiter unten wird’s etwas besser, und via Axenstrasse geht’s nach Zürich.Das war‘s, und weil es so schön war, beschliessen wir am gleichen Abend, diese Tour in ähnlicher Form im September nochmals zu fahren.

EgonZimmermann