Seealpen - Oktoberreisli 2008

 
Reise-Teilnehmer: Egon, Holger, Mario Reiseautor: Egon Zimmermann

Tja, nun ist unser Kurztrip in die Seealpen auch schon wieder Geschichte.

Was an der "Tour de France" beim fernsehgucken begonnen hat, sich an unserem Herbstausflug ins Allgäu konkretisiert hat und schliesslich vom 3. bis 5. Oktober 2008 Tatsache wurde, war mal wieder eine wunderbare Reise über die französischen Alpenpässe.

Mario, Roman, Holger und ich mussten mal wieder in den Genuss der französischen Seealpen kommen, darum düsten wir am Freitagmorgen bei strömendem Regen in Richtung Tessin. Wie erhofft hörte der Regen nach der Durchquerung des Gotthardtunnels auf und die Sonne lachte vom Himmel. Auf Holgers Wunsch mussten wir uns durch die Kurven des Centovalli schlängeln und dann ging’s via Domodossola und entlang dem Lago d'Orta Richtung Turin. Dort benutzten wir die Umfahrungsautobahn, um dem Verkehrschaos zu entgehen und via Saluzzo in die Region von Cuneo zu gelangen. Über den Col De Larche gelangten wir zu unserem Etappenziel Barcellonette, wo wir im Hotel Azteca Zimmer fanden. Nach einer Pizza ging's dann zur Ruhe, denn am nächsten Tag war früh Tagwache angesagt.

Um 7.30 Uhr trafen wir uns zum Frühstück und dann ging’s los. Zuerst war der Col de Cayolle an der Reihe. Die Anfahrt durch die kurvige, holperige und durch eine riesige Schafherde etwas verunreinigte Schluchtwar trotzdem ein Genuss, der Pass wurde infolge der niedrigen Temperatur etwas vorsichtiger als auch schonunter die Räder genommen. Oben angekommen mussten die ersten Fotos des Tages geschossen werden, das alles bei minus 3 Grad. Zum Glück gibt’s geheizte Handschuhe und Griffheizungen.Die Abfahrt war dann schon etwas zügiger, denn die Strasse wurde immer besser und die Reifen wärmer. Durch die Gorge de Dalius mit ihren wunderschön dunkelroten Felswänden fuhren wir nach Puget-Theniers, dann durch die Gorges du Cians wieder nordwärts nach Beuil. Auch in diesen beiden Schluchten machte unser Knipsi wieder unzählige Schnappschüsse. Über den Col de la Couillole machten wir uns dann auf den Weg zum Dach unserer Reise, zur Cime de la Bonette auf 2802 MüM.Immer wieder geniesse ich diese wundervolle Aussicht, die man von diesem Hoger aus in alle Himmelsrichtungen hat.Weiter ging's via Jausiers und den Col de Var zum Col D'Izoard. Dieser Pass ist meiner Meinung etwas vom schönsten, dasdie Seealpen landschaftlich zu bieten haben. Natürlich wurden auch hier viele Bilder geknipst. Via Briancon und den Col du Lautaret machten wir uns auf zum Col Du Galibier. Dessen oberster Teil war jedoch leider wegen des Schnees gesperrt und wir mussten durch den schmalen Tunnel fahren, um auf die andere Seite zu gelangen. Hier merkte man die nördlichere Lage schon recht deutlich, denn alles war weiss, die Strasse zum Teil recht glitschig und teilweise mit Eis bedeckt. Entsprechendvorsichtig nahmen wir darum die Abfahrt nach Valloire und zum Col de Telegraph in Angriff. Im Tal angekommen, mussten wir uns über den Fortgang der Reise Gedanken machen, denn eigentlich wollten wir noch über den Col de la Croix de Fer und den Col du Glandon fahren. Da es jedoch schon recht spät war, verzichteten wir darauf und nahmen den direkten Weg zum Col de la Madeleine in Angriff. Oben auf diesem Pass war‘s dann schon recht neblig und kalt, und in der Abfahrt waren viele Kurven wieder eisig, so dass es nur langsam vorwärts ging. Irgendwann hatten wir dann auch dies geschafft und fuhren via Albertville nach Valliore sur Doron ins Hotel La Cascade, wo wir nach einem regionalen Abendessen, das nicht allen so recht mundete, recht müde zur Ruhe begaben.

Der Sonntagmorgen begann mit viel Sonne und einem eisbedeckten Moped. Wie im Winter war kratzen angesagt, die Vorfreude aufdie schöne Strecke erfasste uns jedoch schnell und wir brachen nach einem eher mageren Frühstück auf zum Col Du Pre. Die Strassewar wieder erwarten ziemlich trocken und sehr gut befahrbar, so dass wir schon bald oben waren und die wundervolle winterliche Aussicht über den Stausee geniessen konnten. Der Cormet de Roselend brachte uns nach Bourg St. Maurice. Nochmal den Tank gefüllt und los ging’s zum kleinen St. Bernhard, dessen griffiger Strassenbelag richtig Spass machte. Oben auf dem Pass auch schon alles weiss, der Winter ist im Anmarsch. In La Thuile zweigten wir von der Hauptstrasse ab und fuhren über den Colle San Carlo ins Aostatal. Jetzt wartete der grosse St. Bernhard auf uns. Leider war ein grosser Teil der Strasse eine Baustelle, so dass ziemlich vorsichtig gefahren werden musste. Die Abfahrt brachte uns nach Martigny, ein Stück Autobahn nach Bex. Über den Col de la Croix und den Col du Pillon gelangten wir schliesslich nach Thun, wo Holger und ich uns von Mario und Roman trennten. Die beiden fuhren von hier via Brünig und Luzern nach Hause. Holger und ich nahmen die Autobahn via Bern nach Hause.

Trotz nicht optimaler Wettervorhersage war es eine wundervolle Reise, die wir in einer ähnlichen Form wiederholen werden.

Egon Zimmermann


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