10 Tage Sardinen und Korsikarundreise 2016

 
Reise-Teilnehmer: Viktor, Albin, Roman, Rolf, Egon, Holger, Sandra, Bea, Claudia Reiseautor: Claudia Mazzoleni

Sardinien Reise 2016 vom 5. Mai bis 15. Mai 2016

Schweiz, Italien, Sardinien, Korsika,


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Donnerstag, 5. Mai 2016

Heute ging's endlich los! Bange Tage lagen hinter uns, tagelanger Regen, Kälte und Schnee in den Bergen. Wie sollten wir da bloss ins Tessin kommen. Noch am Tag zuvor sah es nicht danach aus, dass der Splügenpass befahrbar bzw. geöffnet sein wird. Doch dann kommt die Nachricht, dass der Splügen auf den Auffahrts-Donnerstag geöffnet werden soll - schneefrei sozusagen.

Um die 7.30 Uhr fuhren wir los. Vollgepackte Seitenkoffer für all die Tage. Aber wie erwartet mit Sonnenschein und nicht mal so kalt. Um 8.30 Uhr waren wir schon in Thusis und es war bereits +5°C und sonnig. Kein Grund zum jammern, wenn wir erst mal über den Splügen sind, dann wird's bestimmt sehr warm. Italien wir kommen!
Mit wenig Verkehr passierten wir die San Bernardino Autobahn bis zur Abzweigung Splügen. Die Auffahrt war super schön. Nur eine Baustelle mit Schotter. Zwei Zürcher in ihren Auti RS Autos jagten vor uns her, machten einen Saulärm, aber waren kaum schneller.
Auf 2000m Höhe war's dann sehr kalt +2°C. Wow! Hier am Strassenrand lag teils der Schnee noch meterhoch, aber die Strasse war trocken. Doch noch vor der ersten Kurve auf der Italienischen Seite erlebten wir dann die erste von vier Überraschungen: spiegelglatte, zentimeterdicke Eisschicht auf der Fahrbahn! Vorsichtig wurde die Pan über das Eis manövriert. Neue Reifen und keine Glatteis-Erfahrung auf mahnten zur Vorsicht.
Aber: für die Pan und Fahrer kein Problem.
Erster Kaffeehalt in Montespluga und warten auf drei weitere Reisebegleiter. Nach dem zusammentreffen nochmals schnell ein Käffchen getrunken und so ging es dann mit 3 Moped's weiter.

Unterwegs mal noch in einem Shoppingcenter zu Mittag geSandwicht und um 13.45 Uhr zwei weitere Weggefähtrten in Bergamasco getroffen. Bei bereits 20°C und Sonnenschein erstmals ein bisschen Sonne getankt. Sehr viele Lastwagen unterwegs und reichlich Verkehr auf den Strassen, trüben etwas die Fahrt.
Dann ging's auf die fürchterlichste Autobahnstrecke Richtung Venedig. Als Mitfahrerin war es nicht gerade amüsant, wenn von rechts die Lastwagen und von Links die Autos drängten. Zum Glück bogen wir bald nach Mailand auf die Strecke Richtung Cremona und Parma ab und von da an war es verkehrsbedingt ruhiger. Nur noch die überholten Lastwagen sorgten für Abwechslung, da jedes mal nach dem Überholen ein enormer Seitenwind auf die Mitfahrerin einwirkte.
In der letzten gemeinsamen Pause auf der Autobahn wurde mir dann mitgeteilt: „Du ich glaub du häsch dini Sunnebrülle verlore im Kreisel – ich bi de no drübergfahre!“ - „SCH....!“ (anm. der Schreiberin: aus Anständigkeitsgründen wird das üble Wort ausgebremst, nicht aber unsere Fahrt)

Um 16.30 trennten wir uns von der Gruppe für zwei Stündchen. Denn: wenn wir schon mal  hier sind, wollen wir unbedingt PISA sehen, genauer gesagt, den schiefen Turm. Die restlichen Vier Fahrer und eine Sozia fuhren direkt zum Fährhafen nach Livorno weiter.

Der schiefe Turm von Pisa ist ein kurzer Abstecher wert, wenn man diesen noch nie gesehen hat. Mit der Pan fanden wir schnell, fast direkt vor dem Eingang einen Parkplatz. Keine Minuten zu Fuss gehen und schon waren wir im, durch Polizei und Militär überwachten, Kernteil der Kirchenanlage, wo sich auch der schiefe Turm befindet. Für eine Innenbesichtigungen fehlt allerdings die Zeit und zudem wäre es nicht gerade günstig gewesen.

So um 19.00 Uhr fuhren wir dann auf die Fähre und konnten im Unterdeck gleich neben unseren Begleitern parken. Während des Rangierens trafen auch gleich die letzten zwei unserer Truppe ein. Diese beiden fuhren bereits einige Tage früher los und gestalteten die Anreise schon zur Reise. Schnell bezogen wir unsere recht grosse „Luxus“kabine: mit Doppelbett, Dusche/WC und Fenster. Noch vor dem ablegen trafen wir uns alle Neune auf dem Oberdeck zu einem – ganz brav – LONG ISLAND ICE TEA special!
Die Fähre legte gegen 21.30 Uhr ab und nach einem „feinen“ 0815-Znacht, nach ein paar Ausblicken auf's Meer und auf die anderen Schiffe im Dunkeln, gingen wir in unsere Kojen zum schlafen.

Freitag, 6. Mai 2016

Unsere Tour führte vom Fährhafen Golfo Aranci – Arzachena – Luras Oschiri – Tula – Bitti nach Orosei ins Hotel Maria Rosario - ca. 237 km / 4 1/2 Stunden reine Fahrzeit

Schon um 6.00 Uhr morgens wurden wir per Durchsage geweckt und bald darauf sah man auch schon die Küste Sardiniens vor dem Fenster. Die ganze Fahrt über war das Meer sehr ruhig, man spürte fast kein schaukeln. Von der Treppe unter Deck bis zum Motorrad war schon eine riesige Menschenschlange. Langsam wurde es warm. Beim Motorrad unten sahen wir dann, dass auch noch einige Autos kreuz und quer parkiert worden waren. Die ärmste Frau war dann wohl diese, die rückwärts die schmale Rampe hochfahren musste und es nicht schaffte. Plötzlich stand sie diagonal und wurde von den „überhitzten“ Mopedfahrer ausgepfiffen, kein Wunder, dass da gar nichts mehr ging! Ein Angestellter eilte ihr zu Hilfe. Daraufhin hätte ein Franzose rausfahren sollen, der war aber noch gar nicht anwesend. Als er kam, schnallte er dann seine Kinder in einer Seelenruhe an und fuhr endlich raus. Anschliessend ging das Gedränge los. Jeder wollte einfach nur noch raus. Einer hatte es so eilig mit dem Motorrad, dass er einen Auto Rückspiegel streifte. Dessen Besitzer unter lautem Gefluche aus dem Auto brauste. Zum Glück war kein sichtbarer Schaden entstanden und so fuhr der Töfffahrer beschämt schnell raus.

Um 8.00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und sicher schon 20°C verliessen wir den Fährhafen und die Sardinienreise konnte nun endlich starten. Es war ganz anders als erwartet: viel hügeliger, viele Blumen, ...und grosse Bäume, ...und Vogelgezwitscher, ...und grün, grün, grün! Der erste Eindruck: Seeehr schön hier im Mai! Bei einer Tankstelle mit Bar machten wir kurz halt. Wir assen den kompletten Bestand leer an „Gipfeli“ (ungefüllte und gefüllt mit Konfi oder Schokolade) und tranken den ersten feinen Cappuccino.
Bis um 13 Uhr fuhren wir durch bergige, hügelige Landschaften und am grossen Lago Coghino vorbei. Riesig - an dem See gibt's kein Dorf, kein Restaurant, keine Strassen - einfach Natur pur, wunderschön. In Tula assen wir Pannini. Die Weiterfahrt ging durch eine hügelige und unvergessliche Landschaft mit Korkeichen-Wäldern, roten Mohnblumen säumten den Strassenrand, lustige unförmige Kakteen und weisse und gelbe Blumenbüsche wechselten sich ab.

Wir hatten eine „Offroad-taugliche Propellermaschine“ dabei und natürlich sollten alle am Abend zufrieden sein, also hatte unser Tourguide natürlich auch täglich eine tolle Strecke mit Action eingeplant! Wir befuhren alle eine ungeteerte, mit Absetzungen von doppelter Gehsteighöhe bespickten Baustelle. Nette Bauarbeiter winkten uns zu und stoppten zum Teil sogar die Maschinen bis wir durch waren. Vor Onani kamen wir dann wieder auf die befestigte Strasse zurück und sahen dann auch der Baustellentafel: Strasse gesperrt! Wir bogen nach links ab und wurden scharf von anderen Mopedfahrern beobachtet; vermutlich wollten sie in umgekehrter Richtung durch die Baustelle.

Der höchste Punkt, den wir befuhren, war heute ca. 500M.ü.M „hoch“. Wir sahen auch viele Schwalben und genossen noch Gelati und Cappuccinos in weiteren kleinen Pausen. In den Bar's kostete eine Cola so um die 2 Euro und ein Glas Wasser etwa 30 Cent.

Um 17 Uhr trafen wir im Hotel Maria Rosario in Orosei ein. Erstmals musste die Stinkwäsche gewaschen werden und währenddessen schwammen zwei Sozias bereits im Pool. Fazit: „Isch härter gsi, als diä Long Island Ice Tea Session! Auch hier am Pool flogen die Schwalben sehr tief – morgens sollt's leider regnen.
Beim Sonnenbaden auf der Liege bekomme ich Besuch von einem kleinen Vogel, der direkt auf meinen Haaren landet. Die Freude des überraschenden Besuchs hielt sich kreischend in Grenzen...

An diesem Abend tranken wir noch sehr viel, fast zwei Liter Wasser, Bier und Kaffee. Die Calzone eines Teilnehmers war erstaunlich flach und schmeckt leider auch nicht. Der Rest der Truppe hat mehr Glück, auch die, ohne Italienisch-Kenntnisse bekamen ihr gewünschtes Essen


Samstag, 7. Mai 2016

Unsere Tour führte uns von Orosei – Baunei (ans Meer) – Arbatax – Perdasdefogu – Tulo – Orroli ins Hotel Antichi Ovili - ca. 243 km / 5 Stunden reine Fahrzeit

7.15 Uhr war tagwach in Orosei ... es war sehr bewölkt. Unattraktive Poolboys reinigten schon frühmorgens das Becken. Bei Vogelgezwitscher und freundlichem Winken über die Balkone hinweg und „Guten Morgen!“ Zurufe startet der Tag. Heute wollten wir über die Höhenstrassen fahren.Kleider gepackt, Scheibe geputzt, also ab zum Frühstück. Es gab die feinen und extrem süssen italienischen Gipfeli, Cappuccino, Chioccolato und ungeniessbar bitteren Früchtejus aus der Maschine. Aber über das Essen konnte man nicht meckern: Eier, Käse, Schinken und frisches Obst. Beim Frühstücksgespräch drehte sich alles ums Regenkombi: mit oder ohne?

Bei starker Bewölkung fuhren wir über die ersten Bergrouten mitten durch einen Steinbruch mit Fabrik, riesige Marmorquader standen links und rechts der Strasse. Weiter ging's an einem rollenden Carhotel vorbei, dessen Gäste noch in den Boxen schliefen.
Wir fuhren in einem atemberaubenden Sinkflug durch dichtesten Nebel, um an der Küste „heraus“zukommen. Das ist ein Abstecher wert: die Pedra Longa hinunter ans Thyrrhenische Meer. Auch wenn es eine Sackgasse ist, es lohnt sich. Diese Aussicht aufs rauschende Meer mit all den Klippen ist einfach toll!

Um 13 Uhr war Ankunft in Arbatax, dann begann's leider zu regnen. Einer machte noch einen kurzen Abstecher zum Coiffure (die Haare quollen schon aus dem Helm), traf aber kurz darauf wieder zur Gruppe und die Fahrt konnte weiter gehen. Regen, und vor allem die 10°C Temperatur auf dem Passo Genna Silana auf 1017M.ü.M setzten den unterkühlten Sozias zu. Talwärts befuhren wir eine wunderschöne mit vielen langen Galerien überdeckte Höhenstrasse. Irgendwo im Nirgendwo fanden wir eine Pizzeria mit sicher 200 oder mehr Sitzplätzen leer vor, nur der Wirt und seine Kindern war anwesend. Zu den zwei schnell herbei gezauberten Pizzen bekamen wir noch einen wärmenden Heizstrahler aufgestellt. So konnte der eine oder andere sich aufwärmen und sogar noch seine Handschuhe antrocknen.

Wir cruisten am Lago del Flumendosa bei Tulo vorbei, wiederum sahen wir wundervolle Berge, Hügel, Wälder und das Meer. Es waren fast zuviele Impressionen für einen Tag.

Die letzte Etappe war die kälteste. Mit halb durchgefroren Sozias landeten wir um 16 Uhr in Orosoli. Alle Navis zeigten den gleichen Standpunkt des Hotels an, doch von unserem Hotel fehlte jede Spur! Nur eine kleine Holztafel wies uns den Weg. Also fuhren wir nochmals sicher 5 Minuten eine Bergstrasse ... Strässchen ... Sandweg hoch. Wow! für einen kurzen Moment lichtete sich der Nebel und wir sahen das Dorf weit unter uns in der Ferne.

Das Antichi Ovili hatten wir endlich gefunden. Jeder bekam ein Steinhäuschen zugewiesen. „So lässig!“ Nach 15 Minuten fanden wir es dann leider nicht mehr sooo lässig. Die Heizung von unserem Häusschen wollte einfach nicht anspringen. Der nette Signore gab sich alle Mühe, sie zum Laufen zu bringen, was ihm dann auch gelang. Hurra auch wir schlafen heute im Warmen! Für etwa eine Stunde genoss jeder sein Häusschen, dann trafen wir uns im grossen Oval zum gemeinsamen Abend.

Wir bekamen für 20 Euro einen reichhaltigen Mehr-Gänger mit Wein und Wasser, landesüblichen Wurstsorten, Salami und sowas wie Parmaschinken mit allerlei Antipasti: Oliven, Artischocken und eingemachten Pilzen, weiter ging es mit sardischer Polenta  und Nudeln an Tomatensauce oder Teigwarenkügeli an Steinpilz, danach kam die „Mamma von die Lamm“ (Schaffleisch), Grillfleisch und Salat, danach noch Espresso. Und zum Dessert noch ganz bizeli Grappa, Limoncello und roten Beerenschnaps (jeweils in Literflaschen) ... ... (ab diesem Zeitpunkt gibt es noch allerlei Gerüchte über Pinguine, 2-Finger-Breit, Rückenstreicheln und besagten Trikini :-)))...!

Sonntag, 8. Mai 2016

Unsere Tour führte von Orroli – San Nicolo – am Meer nach bei Pula – Calasetta ins Stella del Sud - ca. 266 km / ca. 5 1/4 Stunden reine Fahrzeit

Schade, dass wir die kleine Hütten schon wieder verlassen mussten. Dafür entschädigte uns der Wirt mit dem grössten Frühstücksbuffet der gesamten Tour. Mitunter anderem:: selbstgebackenen Kuchen, Joghurt, Konfi und Capuccino, die feinen gezuckerten Gipfeli erwarteten uns auch hier, gefüllt mit feinster Aprikosenkonfi.

Auf unserer heutigen Etappe hatte es wiederum dichten Nebel, leichter Regen, war kalt und windig. Wir sahen gerade mal noch knapp die Rücklichter des Vordermann und es erforderte viel Konzentration um den Anschluss nicht zu verlieren. Die Nebelfahrt zog sich endlos lange hin. Irgendwann kamen wir in ein Dörfchen mit Sanitätern am Strassenrand. Wir fragten nach einer Tankstelle, weil man auch hier immer noch nichts erkennen konnte. Die zwei waren so hilfsbereit, dass sie uns im Zickzack zur Tankstelle geleiteten. Was ist den hier los? Soviele Leute auf den Beinen, die halbe Bevölkerung steht an der Strasse (Muttertags-Prozession? Strassenrennen?). Gegen Mittag klarte das Wetter auf. Auch im nächsten und übernächsten Dorf standen wartende Menschen rum, Sanitäter und Polizei. Noch eine halbe Stunde fuhren wir durch die nun wieder erkennbare Natur und dann wurden wir von einem Polizisten mitten auf einer leeren Kreuzung aufgehalten. Jetzt sahen wir sie kommen: Radrennenfahrer!
Ein Nachzügler des Fahrerfelds bog dann auch noch falsch ab, den wollten wir natürlich  zurückschicken und alle riefen: „DA LANG!“. Aber er winkt nur -  gehörte wohl nicht dazu.

In einer Bar bekommen wir Frauen eine Rose geschenkt. Meine fällt bricht ab, während der Fahrt, die kleine Blume kann ich noch ins Hotel retten.

Zmittag Zvieri Pause machen wir in einem Grotten Restaurant und weil es da mal schön ist, können wir sogar draussen sitzen. Nach Toast, Panini, Salat mit viel Zwiebeln machten wir uns auf die noch gut einstündige Fahrt zum Hotel.

Bevor wir über die Küstenstrasse nach Saint Antioco befuhren, sahen wir noch einige Flamingos.
Immer wieder war es eine Überraschung, wenn die Bakkarten zum Tanken funktionierten.
In Saint Antioco cruisten wir eine schöne lange Strasse mit Palmen und Büschen gesäumt dem Meer nach. In Calasetta fuhren wir direkt ohne Umwege zum Hotel Stella del Sud. Nach einem kurzen Aufenthalt am Pool schlenderten wir ans Meer runter und genossen noch eine Weile den einsamen aber sauberen Strand mitsamt dem Meeresrauschen.

Danach ging es zum Znacht. Das Aussergewöhnlichste am Essen waren sicherlich die Grappa getränkten Nudeln! Besser war da die Vorspeise mit grilliertem Gemüse, die eingemachten Oliven, das Zitronenschnitzeli und auch das Ananas-Tiramisu.

Montag, 9. Mai 2016

Unsere Tour führte uns von Calasetta – Iglesias – Busachi – Bosa ins Hotel Gabbiano - ca. 314 km / 6 Stunden reine Fahrzeit

Um 4 Uhr morgens werden wir durch ein eklig klingendes Surr-Geräusch geweckt, so in etwa: pssssssssss!“ - Mücken! – mindestens 10 Stück zählten wir nach einer halbstündigen jagt durchs ganze Zimmer. Um 8.30 sassen wir trotzdem schon am Frühstückstisch: Heute gab's mal was anderes zu den üblichen Gipfeli. Heute konnte man sich seinen eigenen Fliessband-Toast rösten lassen. Die Dauer der laut quitschenden Angelegenheit war etwa 2 Minuten. Feine frische Orangen, Joghurts und Pfirsichkonfi. Ich wählte heute mal eine heisse Schokolade und wurde mit einem heissen, dicken Schoggipudding überrascht – hmm! So lecker!
Um 9 Uhr bei schönstem Wetter, sonnig und warm, zogen wir in Calasetta los. Zurück auf die Hauptinsel Sardinien. Heute sahen wir Zitronenbäume, die Früchte so gross wie Äpfel, viele davon schon schön leuchtend gelb. Korkeichen, Orangenbäume, Dillbüschchen, Blumen, Vögel und Schmetterlinge.
In der Bar in der wir Zmittag gegessen hatten, waren die Panini riesig und die Toast's für ca. 2-3 Euro gesichtsgross.

Die Fahrt dem Meer nach war nicht so zum Geniessen, da es viel zu windig war. Es fühlte sich mit Tempo 60 an, als würde man mit 160 über die Autobahn rasen. Einsame Landstriche, viele Dörfer und Städte sind menschenleer. Wir sahen einige einsame Schafherden, die von Hunden beschützt wurden. Manchmal direkt auf der Strasse. Zerfallene Steinfabriken, Industriewerke und ganze Städte lagen auf unserem Wegstück. Auch die Eisenbahnschienen ziehen sich durchs ganze Land. Überall dasselbe Bild; zerfallene Bahnhöfe und zugewachsene Geleise. Wir hatten auf der ganzen Fahrt keinen einzigen Zug gesehen – aber an einigen Fassaden zeugen Bilder von den Zeiten mit der Bahn. Auch hat es noch einige andere Wunderschöne Bilder an den Hausfassaden mit Jungen und Alten Menschen in Arbeitskleidung oder Landestracht, die einem gerade anblicken oder einer Tätigkeit nachgehen.

In einer exklusiven, edlen Bar machten wir den letzten Halt vor Bosa. Der Service war katastrophal, die Aussicht war auch nicht gerade schön, dafür die Dekoration: Ein exklusives Fred Feuerstein Auto, indem natürlich jeder noch abgebildete werden wollte. Schnappschüsse wurden Zuhauf gemacht.

In Bosa dann wieder das Glücksspiel an der Tankstelle, wer bekommt den heute Benzin mit welcher Tankkarte, zum Glück alle. Eine italienische Motorradgruppe schien nicht mit viel Intelligenz beglückt zu sein. Sie waren dabei, einem ihrer Kollegen den falsch getankten Diesel Treibstoff abzupumpen. Mann, hatte die Maschine übel gerochen und gestottert beim laufen lassen!

An diesem Abend unternahmen wir nicht mehr viel. Eine Hälfte des Teams machte sich direkt auf, eine Bar oder ein Restaurant zu suchen, die andere spazierte noch etwas am Strand entlang, machten noch ein paar wunderschöne Aufnahmen und dann gesellten wir uns zum Rest. Wie sich dann bald herausstellte, hatten sie eine ausgezeichnete Restaurant Wahl getroffen. Die angebotenen Vesper-Fleischplatten und Salate reichten uns voll und ganz als Abendessen. Lustig sahen auch die Brotkissen aus. Dazu assen wir viel zu viele grüne Oliven.

Dienstag, 10. Mai 2016

Wir fuhren von Bosa – Porto di Alghera – Santa Maria Coghinas nach Santa Theresa Gallura ins Hotel Cecco, wo wir zwei Nächte blieben
ca. 322 km / 5 1/2 Stunden reine Fahrzeit

Am Morgen flog uns fast eine Taube ins Zimmer. Autos parken auch mal kurz auf einem Stoppbereich von Kreuzungen, um einen schnellen Kaffee zu trinken. Und wir machten uns zwischenzeitlich bereit für's Frühstück, packten schon mal alles ein und gesellten uns zu den Anderen. Beim beladen des Motorrads entdeckte ich auf einem Hausdach zwei aus der Wasserrinne wachsende Kakteen. Wie kommen die da bloss rauf? Alle kauften noch schnell das Mittagessen im Dorflädeli, dass von einer einzelnen Person bedient wurde. Im engen überfüllten Laden, in dem man sogar noch bei Waschmitteln unter verschiedenen Marken aussuchen konnte, bestellten wir ganz hinten, frisch geschnittener Schinken, Salami und Käse. Mit soviel Kundschaft hatte der Verkäufer heute wohl nicht gerechnet.
Die kommenden Ortschaften sahen alle sehr ruhig und menschenleer aus. Viele Cafébar's mit sehr grosser Alkoholauswahl sind in jeder grösseren und kleineren Ortschaft zu finden. Um 11 Uhr sind wir schon in Alghero und tranken „chez Michel“-Wasser mit Chips für 2 Euro 20 eine Flasche.
Ab hier fuhr die eine Gruppe direkt zum Hotel und die andere die geplante längere Strecke.

Wir waren bei der „geplanten Strecke Gruppe“  und erlebten noch ein sehr überraschend auftauchendes Schlagloch-Krater-Minenfeld. Wieviel die Motorräder doch aushalten können ist echt erstaunlich! Das testeten wir dann auch bei einer engen Gassenfahrt, steil hinauf zu einer Burgruine mit unglaublicher Aussicht, wo wir gemeinsam unser mitgebrachtes Mittagessen genossen. Ein sehr alter ca. 85-jähriger Einheimischer erzählte mir ein bisschen aus seinem Leben und unter anderem auch, dass er sogar mal in Deutschland war. Leider verstand ich nicht alles, aber er schien das Erzählen sehr zu geniessen. Wie wir nachträglich feststellen mussten, war es auch gar nichts aussergewöhnliches, auf die Ruinenstätte mit dem Töff zu fahren. Denn es kam ein Papi mit seinem kleinen Sohn auf einem Roller in grösstem Schuss herauf gebraust.

Unsere PAN hatte heute die 100'000km Marke geknackt. Wir hatten herdenweise Schafe gesehen und Kühe auf einem Felsen. Manche sahen sogar Schlangen am Strassenrand liegen. Auch ein Gelati-Halt durfte natürlich nicht fehlen. Den machten wir in Sedini, in einer Stadt, deren Häuser zum Teil in die Felsen gebaut wurden.

Ja, die Tour war sehr interessant und erlebnisreich! Auf den letzten Kilometern hatten wir wieder sehr starken Wind.
Santa Theresa di Gallura ist noch fast Touristen leer zu dieser Zeit. Wir probierten mal Sardische Ravioli und Gnogghi, Fisch und Kartoffeln in dünnen Scheiben.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Freiwillige Rundfahrt von Santa Theressa Gallura – Oschiri – Santa Theresa Gallura
ca. 304 km / 5 1/4 Stunden reine Fahrzeit

5 Uhr: Regen. Das Klima an der Küste ist tropisch feucht, unsere gewaschen Kleider werden und werden nicht trocken. Dafür die Trockenen feucht!

Um 9.30 war es dann doch sehr schön und sonnig geworden, so dass wir kurzentschlossen doch noch zu siebt losfuhren. Eigentlich hatten wir am Vorabend demokratisch beschlossen, dass wenn wir überhaupt losfahren werden, dies erst am Nachmittag sein würde. Die Rundfahrt führte uns über Routen, die wir eigentlich schon mal befahren hatten. Am Lisciasee mussten wir wenden, weil die Strasse vor der Staumauer mit einem riesigen blauen Rolltor abgesperrt war. Da kam nicht mal die Offroadmaschine durch.
Aber wir alle genossen die Aussicht und die weitere Route, bis wir am Hafen von Palau uns zu einem Kaffee zusammensetzten.
Bevor wir ins Hotel zogen, kauften wir noch die benötigten Fährtickets für den nächsten Morgen für die Überfahrt nach Korsika (€ 66.30 für zwei Personen und Motorrad).

Wir schlenderten am späten Nachmittag durch Santa Theresa Gallura und verleibten ein delikates Sandwich für so zwischendurch ein. Danach degustierten  wir einen kleinen Apéro in einer Bar mit „Happy-Hour“, das hiess, es gab kleine Häppchen zu den Getränken dazu (en masse). Der bestellte Hugo sah dann aber schon speziell aus: fast dunkelgrün! ...auch der zweite war eine interessante Mischung und der Dritte schmeckte dann nach Pastis! Wohl bekomms!

Das Abendessen kredenzten wir im Restaurant „La Terazza“, da waren wir fast die einzigen Gäste und wurden fürstlich bedient. Wir assen Spaghetti Carbonara und Tomaten-Mozarella Salat (Caprese). Einige gönnten sich noch etwas Süsses. Und zur Überraschung bekamen wir alle noch einen Lemoncino und süsse Babas (getünkt in sehr viel Rum).

Die Zeit verging wie im Fluge und der unterhaltsame Abend neigte sich rasch dem Ende zu. Da wir am nächsten Morgen sehr früh raus mussten, gingen alle ziemlich zügig in die Heia und lauschten am Kopfkissen.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Wir reisten von Sardinien nach Korsika, oder genauer: von Santa Theresa Gallura – Bonifacio – Ajaccio - Porto ins Hotel La Mediteranée
ca. 309 km / Fährenfahrt ca. 1 Stunde / 5,5 Stunden  reine Fahrzeit

Schon um 5:30 Uhr läutet der Wecker, um 6 Uhr verschlangen wir wiederum ein feines Frühstück und waren bereits um 6:30 schon am Pier der Fähre. Sie stand schon mit laufenden Motoren da. Bei etwas Wind und nicht zu ruhigem Seegang schaukelten wir Korsika entgegen. Es sah nicht gerade nach schönem Wetter aus, wenn man Richtung Korsika blickte.
Das Eindrücklichste an der ganzen Fahrt war die enge Hafeneinfahrt in Bonifacio, die früher militärisch sehr gut befestigt war. Alors, also umstellen auf französisch. Gleich nach der Ankunft fuhren wir die kühlen Berge hinauf. Enge Strassen führten uns durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Enge und noch engere Strassen, Rücksichtslose Autofahrer und reger, ungewohnter Verkehr. Hier hielt keiner für uns. Vortritt wird eher erzwungen als gelassen. Was man auch den Autos ansieht. Schön asphaltierte Strassen wechseln sich mit kaputten Strassen Schlag auf Schlag ab. Ein homogens Fahren ist hier nicht möglich, im Gegensatz zu Sardinien. Da unser Navi nicht korrekt programmiert wurde, verfuhren sich unsere zwei Nachfahrenden, auf die wir in einem kleinen französischen Strassencafé mit feinen Erdbeertörtlis und anderem Blätterteigtaschen warten mussten.
Fast eine Stunde versuchte man die korrekte Routen auf die Navis zu laden - vergeblich.

Nach der erholsamen Pause befuhren wir abgebrannte Wälder, hinauf in die Berge, durch einsame Dörfer. Irgendwann wurden wir nervös und nervöser, wir hielten Ausschau nach einer Tankstelle. Die Propellermaschine verbrauchte zwar etwas weniger Sprit, doch der Tank ist um einiges kleiner als das Spritfass der PAN. Ein befragter Einheimischer meinte – oh pas ici! Vielleicht so 20 – 30 km von da. Oje, Die Tankanzeige war der Meinung, dass nach spätestens 16 Kilometer Schicht im Schacht ist. Die Spannung hielt an, reicht die Tankfüllung oder ist der Weg zu lang?
In Accajo, auf den letzten Tropfen Benzin fanden wir endlich die ersehnte Tankstelle. Danach noch eine, und noch eine.... Insgesamt hatte ich 6 auf kürzester Distanz gezählt. Das ist die grösste Stadt der Insel. Der Verkehr ist unglaublich, wo wollen die Leute alle hin?
Auf der ganzen Strecke bis hier hin hatte es auch keine geöffneten Cafés oder Bar's. So hielten wir kurz auf ein Getränk in Ajaccio und fuhren dann gleich weiter. Der Verkehrslärm ist dem einer Grossstadt ebenbürdig.

Wir fuhren dann wieder in die ruhigen Berge. Bei den letzten 10 Kilometern bevor wir nach Porto kamen, wurden wir noch mit einer unglaublichen Landschaft überrascht: rot schimmernde Felsen durch die eine schmale Strasse führt. Links konnte man ab und zu die Küste erblicken – Traumhaft!

Zum Znacht wollten wir die berühmte „französische Ente“ probieren. Sie stand zwae auf der Menükarte, doch sie hatten leider keine in der Küche. Wir assen dann Pommes, so hart wie Chips und Champignonsauce aus dem Glas zu einem sehr zähen Fleischstück. Typischerweise ist die französische so, dass alles was serviert wird lauwarm ist und wenn man beim Essen ist, ist's nur noch kalt.

Freitag, 13. Mai 2016

Porto – Galéria – Calvi – Castifao – Urfaca - bis Saint Florent ins Hotel Thalasso
ca. 234 km / 4 Stunden reine Fahrzeit

Wir packten erneut unsere Kleider ein. In der Zwischenzeit hatten wir schon richtig Routine bekommen und es war in knapp 10 Minuten erledigt. Der Hotelbesitzer schien etwas chaotisch und zerstreut, als wir bezahlen wollten. Er war sich auch nicht sicher, ob wir noch Platz zum Frühstück haben werden, da der Saal total überfüllt war mit einem Reisecar voller Senioren. Dann bekamen wir es doch und spontan geschenkt (Frühstück € 10.- pro Person)! Da machte es uns auch nichts aus, dass wir den Unrat der Rentner zuerst beseitigen mussten. Wir erkannten zu spät, dass wir auch draussen auf der Terrasse mit Meerblick hätten Frühstücken können.

Im Zickzack-Kurs kurvten wir dann die Bergstrasse hoch, an Kühen und Ziegen vorbei, die sich mitten auf der Strasse aufhielten. An der rechten Fahrbahnseite war es steil und schroff. Felswände und steile Berghänge wechselten sich ab. Ab und zu durchfuhren wir ein kleines Städtchen.
Aber zu unserer linken Seite erblickten wir eine atemberaubende Kulisse: Meer, himmelblaues Meer, dunkelblaues Wasser, hell leuchtendes blaues Wasser, Sandstrände, schöne verträumte Buchten....!!!!!!!!!!! Dieser Abschnitt ist einfach traumhaft und lädt zum Verweilen. Doch dazu hatten wir nicht wirklich Zeit.

Ein kurzer Halt zum Verschnaufen und Plaudern in Calvi. Sehr schlechter Service. Es gibt nur Getränke. So fuhren wir mit knurrendem Magen durch die Gegend.
So um 15 Uhr teilten wir uns in einem schmucken Bergstrassen-Restaurant einen Salat du Dessert für 15 Euro, mit Oliven, Blattsalat, Tomaten, Fleisch Corsica, Ziegenkäse und Baquette. Es gab auch riesige Baquette-Sandwiches und weitere schmackhafte Salate.
Der Wind hier oben wehte sehr stark. Weil die Sonne so fest schien, hatten wir die Sonnenschirme geöffnet gehabt. Plötzlich kam dann so ein Windstoss und der Schirm kippte. Der Wirt war schon beinahe am Tisch - leider zu spät. Die Wucht zieht dann auch gleich den Tisch mit Handy, Gläsern und Tellern mit. Durch eine blitzartige und geistesgegenwärtige Reaktion einer Mitfahrerin stürzte dann aber nur ein Glas zu Boden. Zum Glück bringen Scherben Glück!

Ab hier verliessen uns zwei Fahrer, die leider früher nachhause mussten. Sie fuhren gleich auf direktem Weg nach Bastia. Später erfuhren wir, dass ihre Fähre wegen stürmischer See erst gegen Mitternacht ablegte, anstelle um 17 Uhr. Zuhause sollte es in strömen regnen und sehr kalt sein. Wir Anderen waren sehr froh, noch einen weiteren Tag an der Sonne verbringen zu dürfen. Die Reiserei mit dem Motorrad macht schon ein bisschen süchtig... auch als Sozia!

Unsere heutiges Hotel Thalasso ist etwa 2 km ausserhalb der Stadt St. Florent. Auch hier hat es einen schönen, sauberen, aber a...kalten Pool. Trotzdem sind drei kälteresistente Mitstreiter schwimmen gegangen.
Für die Fahrt nach St. Florent zum Znacht bestellten wir ein Taxi. Wenn wir wieder zurück wollen, so müssen wir einfach nach Taxifahrer Eric verlangen. Ihn kenne hier jeder! Es kannte ihn dann doch nicht jeder.
Übrigens meine Ente „Cannard Margret“ war spitzenmässig lecker!

Samstag, 14. Mai 2016

von Saint Florent nach Bastia über den sogenannten Nord-Finger
ca. 191 km / 4 Stunden reine Fahrzeit / 17 Uhr Abfahrt der Fähre in Bastia,
Ankunft um ca. 21 Uhr in Livorno und Fahrt zum Hotel Max

Erstmaliges Ausschlafen bis 9 Uhr. Wieder gibt es ein spitzenmässiges Frühstück für 10 Euro plus. Schoggimilch, Capuccino, Jus, super feine Croissants, Konfi, Käsecreme, Brötli weiss und körnige, Joghurts und frische Früchte, Kiwi, Orangen und Bananen.

Die Tagestemperaturen beliefen sich um die 24 Grad bei Sonne und leichter Bewölkung. Erst cruisten wir ein bisschen um die Weinberge bei St. Florent herum. Nachher dem „korsischen Finger“ entlang auf der Küstenstrasse. Traumhafte Strände und Ausblicke erwarteten uns. Wir hielten viel zu häufig an um Fotos zu machen. Sowas sehen wir nicht alle Tage! Wir tuckerten bis zum nördlichsten Punkt, dort sahen wir auf einer kleine Insel einen wunderschönen Leuchtturm. Dann wendeten wir und fanden ein hübsches, aber überfülltes kleines Café. Im Innenhof war ein wunderbarer Garten und da hatte es sogar für uns noch ein paar freie Plätze frei gehabt. Wir genossen feinstes Glacé Castagne mit Rumbeeren... das war vielleicht lecker!
Um 13 Uhr starteten wir zu den letzten 48 Inselkilometer nach Bastia. Diese Seite ist bewohnter, hat flachere Küstenabschnitte und Buchten, aber immer noch sehr eindrücklich und sehenswert.
In der Stadt Bastia fanden wir ein Restaurant, wo wir Pizza und Salat genüsslich verzehrten, bevor wir mit der Fähre nach Italien rüber schifften. Wir waren pünktlich am Hafen vor der Schranke der Fähre. 45 Minuten lang konnten wir – ja mussten wir - zuschauen, wie Autos, Lastwagen, Cars, Wohnmobile, Wohnwagen und Motorräder abwechselnd hinausfuhren. Natürlich zogen wir Mopedfahrer für diese halbe Ewigkeit unsere Jacken, Helme und Handschuhe aus. Vorsorglich ketteten wir die Helme schon mal am Motorrad fest.
Endlich ging die Schranke auf und wir wollten in die Fähre einfahren, aber nichts da! Erst mussten wir alle für die paar Meter im Schritttempo unsere Helme wieder anziehen. Danach gewährte man uns Einlass. Die Fähre war nicht sehr voll. Wir hatten genügend Platz um unsere Motorräder festzuzurren und dann gemütlich aufs Oberdeck zu spazieren. Wir ergatterten uns einen runden Tisch mit 8 Stühlen und einem Liegestuhl. So war unsere letzte Fährenfahrt mit fast zwei Stunden an der Sonne doch noch erholsam. Wir gehörten zu den Letzten, die das Sonnendeck wegen der zunehmenden Kälte verliessen.
Im Selbstbedienungsrestaurant im Innern der Fähre gönnten wir uns noch ein kleines Essen, die Einen hatten total überteuerte mit Konfi befüllte Crêpes, die Anderen einen Meeresfrüchte-Salat mit Tintenfisch oder einen Schinken-Käse-Toast Käse.

Die Hafeneinfahrt von Livorno war sehr interessant, darum gingen wir wieder nach draussen. Im Dunkeln verliessen wir die Fähre und machten, dem Navi sei dank, noch eine kleine ungewollte Hafenrundfahrt. Schlussendlich fanden wir unser Hotel Max etwas ausserhalb in einem Industriegebiet und freuten uns auf den letzten gemeinsamen Abend. Aus dem dann aber nicht wirklich was wird. Wir waren ja angekündigt und die wussten, dass wir von der Fähre her verspätet ankommen, aber ihr Restaurant hatte bereits geschlossen. Auf der ganzen Reise hatten wir unser Abendessen frühestens um 20:30 bekommen und hier war bereits alles zu. Mit Müh und Not konnten wir noch für jeden ein fürchterlich schmeckendes Bier aus Hollands Grossbrauerei bestellen. Nichts anderes mehr. Deshalb sind wir halt dann früh ins Bett gegangen.

Sonntag, 15. Mai 2016

Livorno – nach Hause

Gemütlich trafen wir uns dann (im auf der ganzen Reise teuersten Hotel) zum Frühstück. Ich musste mit Bedauern feststellen, dass mein Gipfeli nach Papier schmeckte - einfach furchtbar! Dafür hatte es wenigstens eine Schale mit frisch geschnittenen Früchten und kleine Brötchen.
Der Pflicht-WC-Besuch vor der Abfahrt war schon eine kleine Reise durchs Hotel: mit dem Lift in den ersten Stock, am Fitnesscenter vorbei, am Sitzungszimmer vorbei, ...

Wir fuhren dann bald mal ab und direkt auf die Autobahn. Zogen ein Strassenmaut-Ticket um die nächsten Stunden auf einer gut gepflegten, asphaltieren fast verkehrslosen Strecke zu fahren. Die Apenin Autobahn mit ihren zahlreichen engen Kurven waren herrlich zu befahren. An einer Tankstelle fuhren wir raus, da hatte es soviel Auswahl an Spezialitäten, dass wir gleich noch Salami verkosteten und für zuhause kauften und uns ein Mittagssandwich mitnahmen. Wir hatten ein bisschen Pech an einer Mautstelle, da dem vor uns fahrenden Auto die Kreditkarte klemmtet, konnten wir nicht mehr weiter. Es ging weder vor und noch zurück. Endlich machten die hinter uns fahrenden Platz, alsdann auch wir die Zahlstelle wechseln konnten. Wir fuhren über Parma, Mailand, Chiasso in die Schweiz und assen in Melide unsere in Italien gekauften Sandwichs. Wir waren ein bisschen schockiert über die Kaffeepreise in der Schweiz und gewöhnten uns nur langsam wieder an das wolkige, kühlere Wetter.
Vor dem Gotthard hatten wir noch 20°C, in der Röhre stieg die Temperatur bis auf 25°C um dann wieder draussen auf der Nordseite war es mit beschämenden 8°C sehr kühl. Wir fuhren am in den Süden drängenden Stau entlang. Alle wollten in den Süden an die Sonne.
In Flüelen im Hotel Tourist gab es zum krönenden Abschluss weltbeste „Güggeli im Chörbli“  und dann hiess es Abschied nehmen, um in zweier Gruppen nach Hause zu fahren.
Einzelne durch die Wolkendecke dringende Sonnenstrahlen begleiteten uns bis nach Hause. Wir hatten an diesem Tag grosses Glück und wurden nicht nass.

 

Fazit: Eine wunderschöne, super interessante Töffreise durch malerisch schöne Gebiete. Bleibende Eindrücke von Italien, Sardinien und Korsika gesammelt, „Blut geleckt“.
Wunderschön, man möchte gleich wieder los!
Vielen, vielen Dank für die Organisation dieser unvergesslichen Reise!




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