Schottlandreise mit Roman und Egon

 
Reise-Teilnehmer: Roman, Egon Reiseautor: Egon Zimmermann

 

Schottlandreise mit Roman

Nach intensiven Recherchen im Netz, Anfragen bei Kollegen und vielen gutgemeinten Tipps und Ratschlägen haben sich Roman und ich auf eine Route durch Schottland geeinigt.
Mal sehen, ob wir die richtige Auswahl getroffen haben.


1. Tag, Donnerstag, Anreise nach Zeebrügge in Belgien

Wir treffen uns morgens um 6.30 Uhr an der Autobahnraststätte in Würenlos und fahren auf dem gemäss Garmin schnellsten Weg nach Zeebrügge.
Der Weg führt uns via Basel, Strasbourg, Luxembourg, Gent und Brügge zur Fähre nach Hull. Ich habe am Hafen etwa 780 Km auf dem Tageszähler.
Nach kurzer Wartezeit mit der Entfernung der hunderten von Fluginsekten, die sich auf die im Laufe des Tages auf den Mopeds in ihren Suizid gestürzt heben, können wir auf die Fähre fahren und unsere enge Kabine beziehen.
Kein Vergleich mit den Kabinen, die wir im Mai für Sardinien gebucht haben.
Aber was soll’s, für eine Nacht geht das schon, schliesslich sind wir ja harte Kerle.
Nach der Dusche gibt’s ein Anlegerbier und für Roman den ersten Whiskey der Reise.
Dann noch ein paar Fotos, um 19 Uhr die Abfahrt der Fähre und ein leckeres Nachtessen. Noch ein oder zwei Schlummerdrinks und ab in die Koje, wir wollen ja ausgeruht in Hull ankommen.


2. Tag, Freitag, Hull bis Glasgow

Welch ein Wunder, in Britannien scheint an diesem Morgen die Sonne.
Nach einem ordentlichen Breakfest verlassen wir die Fähre und konzentrieren uns darauf, auf der für uns falschen Strassenseite fahren zu müssen und machen uns auf den Weg Richtung Glasgow.
In der Gegend um Middlesbrough bekommen wir die erste kräftige Dusche, es wird vermutlich nicht die letzte sein. Auf der B7062 fahren wir zur schottischen Grenze.
Auf einem Platz mit schöner Aussicht auf die schottischen Hügel und Wälder machen wir noch ein paar Fotos uns dann geht’s weiter nach Glasgow.
Da wir schlussendlich erst kurz vor 19 Uhr dort eintreffen, gibt es nur noch einen kurzen Bummel durch die Innenstadt, bevor es noch etwas zu essen gibt.
Da wir ja nicht wissen, was uns die nächsten Tage an kulinarischen Highlights erwartet, beschliessen wir den Abend in einem italienischen Restaurant.
Zur Freude des Personales bestellen wir natürlich auf Italienisch und beschliessen den Abend mit einen Coretto Grappa. Dann machen wir uns auf den Weg zum Hotel und begeben uns zur Ruhe.


2. Tag, Samstag, Glasgow bis Oban

Nach dem Aufstehen der erste Blick aus dem Fenster... - alles schon feucht, der Regen ist schon wach. Aber schon während des Breakfests gucken die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke.
Die wollen vermutlich gucken, wo wir langfahren, damit sie dem Regengott Anweisungen geben können, wo er's regnen lassen soll.
Als wir jedoch so kurz nach halb 9 losfahren, ist kein Regen in Sicht, und wir haben doch tatsächlich bis auf etwa eine halbe Stunde den ganzen Tag Sonnenschein.
Eigentlich ist unser Tagesziel Oban knapp 100 Meilen von Glasgow entfernt, bedingt durch unsere Streckenführung dürfen wir jedoch etwa 450 Km zurücklegen.
Die Strecke führt uns entlang von Meer und Lochs, über einsame Single Tracks und wunderschöne Hochtäler.
In Oban angekommen ging die Zimmersuche los. Leider waren alle Hotels, die wir abklapperten, ausgebucht, sodass wir schlussendlich in einem B&B landeten.
Nach einem feinen Nachtessen und einem hiesigen Whiskey begaben wir uns zur Nachtruhe.


3. Tag, Sonntag, Oban bis Glenuig

Um 8 Uhr gab’s Frühstück, anschliessend verschiffen wir uns und unsere Möfis auf die Fähre zur Insel Mull.
Dort gab es leider infolge eines fiesem Nieselregens und gefühlten 99.99% Luftfeuchtigkeit nicht viel von der Umgebung zu sehen.
Obschon wir zum Teil wunderschöne Strassen und eine wohl unvergleichliche Landschaft befuhren. Zuerst ging es 35 Meilen zur Fähre nach Iona, die wir aber infolge des garstigen Wetters nicht besuchten.
Dann wieder auf derselben Strasse zurück und in einer kleinen Gaststätte eine Kaffeepause. Weiter über schmale Strassen nach Tobermory, wo wir uns die Wartezeit auf die Fähre zum Festland mit "Fish and Chips" von der angeblich besten mobilen Imbissbude am Fisherman’s Pier verkürzten.
Leider wurde das Wetter und die Sicht nicht besser, sodass wir in Glenuig im Hotel Glenuig Inn spontan Zimmer buchten und auf schöneres Wetter am Montag hofften.


4. Tag, Montag, Glenuig bis Broadford

Der Montag fängt schon mal trocken an, und auch einzelne Sonnenstrahlen sind zu sehen. Auch die Sicht ist um einiges besser als am Vortag.
Also machen wir uns nach dem Zmorge auf den Weg Richtung Mallaig, wo wir die Fähre zur Insel Skye nehmen. Leider ist der Pott völlig ausgebucht, sodass wir fast 3 Stunden auf die Überfahrt warten müssen.
Roman versucht seine defekte Frontlampe zu wechseln, scheitert aber an der festsitzenden Lampenfassung. Auch ich schaffe es nicht, diese loszubekommen, und bevor wir etwas kaputtmachen, lassen wir die Finger davon.
Um halb 2 können wir unsere Möfis endlich auf die Fähre stellen und rüber zur Isle of Skye schippern. Leider bekommen wir den ganzen Tag immer wieder fiese Regengüsse verpasst, geniessen jedoch trotzdem die wunderschöne Strasse rund um die Insel.
Abends wollten wir eigentlich in Portree übernachten, aber es war alles ausgebucht. Da blieb nichts anderes übrig als weiterzufahren und die Hotels und B&B's der Strecke entlang abzuklappern, bis wir schliesslich in Broadford fündig wurden.
Da es mittlerweile schon fast 10 Uhr war, hatten in dem Provinznest alle Beizen zu und wir mussten unsere mitgenommene Notration auffuttern.
So kurz nach elf machten wir dann Feierabend und gingen schlafen.


5. Tag, Dienstag, Broadford bis Rosehall

Um halb 8 trafen wir uns im Speisewintergarten zum Continental Breakfast.
Dann machten wir uns auf den Weg zum ersten Ziel, dem Applecross-Pass.
Unterwegs dorthin wurden wir natürlich noch ausgiebig geduscht, der Tag fängt ziemlich nass an. Aber wie das so ist in Schottland, plötzlich wurde das Wetter besser und wir konnten den Rest des Tages fast immer im trockenen fahren.
Der Applecross-Pass mit seiner Höhe von 626 MüM war für uns pässegewohnte Schweizer natürlich keine wirkliche Herausforderung, leider war das obere Drittel so Nebelverhangen, dass man keine zwanzig Meter weit gesehen hat.
Auf der anderen Seite direkt am Meer hat sich Roman etwas Süsses und ich mir Fish&Chips gegönnt, dann gings weiter. Die Strassen entlang der Küste und über die Hügel sind wirklich ein Genuss.
So kamen wir dann so gegen 16 Uhr in Ullapool an und machten nochmals eine Kaffeepause. Zum Abschluss des Tages fahren wir dann noch auf der A837, einer schönen Single Road bis zum Achness Hotel in Rosehall, wo wir den Tag beenden.


6. Tag, Mittwoch, Rosehall bis Inverness

Der Tag beginnt mal wieder trocken. Mal sehen, wie lange das so bleibt.
Die Reise geht heute zuerst nordwärts auf der A836 bis zum Leuchtturm von Strathy Point. Leider hörte die Strasse ca. eine Meile vor dem Leuchtturm auf.
Roman wollte unbedingt den Leuchtturm fötelen, darum unternahm er eine kleine Wanderung. Ich wollte diese Mühe nicht auf mich nehmen und machte unterdessen eine Kaffeepause.
Dann ging die Fahrt weiter auf der A827 nach Helmsdale, wo wir uns mal wieder mit Fish and Cips verpflegten. Dann am Meer entlang weiter zum Loch Ness (leider haben wir Nessi nicht angetroffen).
Da in Drumnadrochit alle Hotels ausgebucht sind, fahren wir nach Inverness, wo wir in einem Guesthouse Zimmer bekommen.
In der Innenstadt von Inverness finden wir dann noch ein Lokal, in dem wir unseren Hunger stillen. Noch ein kleiner Bummel mit ein paar Fotopausen und ein Glas Auchentoshan (Whiskey) und ab ins Bett.


7. Tag, Donnerstag, Inverness bis Grantown-on-Spey

Heute geht’s dem Loch Ness und Loch Lory entlang bis nach Fort William, wo wir noch ein paar Mitbringsel erwerben. Dann auf der anderen Seeseite nach Fort Augustus.
Hier besichtigen wir die Schleusen des Kaledonischen Kanales. Weiter geht’s Richtung Inverness, das wir aber heute links liegen lassen und uns in Grantown-on-Spey dasselbe Hotel aussuchen,
in dem Queen Victoria mit ihrer Entourage bereits 1860 nächtigte. Zum Glück wurde der grösste Teil des Hotels inzwischen restauriert. Das Essen war lecker und das Bier kühl, was will man mehr....


8. Tag, Freitag, Grantown-on-Spey bis Edinburgh

Heute gings auf einsamen, kurvigen Stassen durch den östlichen Zipfel in die Region von Aberdeen führen. In der Nähe von Pitlochry schaffen wir es dann noch, die kleinste Brennerei von Schottland zu besuchen und eine Flasche Edradour zu kaufen.
Dann geht die Reise weiter bis zum Queen's View am Loch Trummel. Die Aussicht von hier ist wirklich der Hammer. Weiter gehts, unser Tagesziel Edinbourgh ist noch weit weg.
Pünktlich mit der Abenddämmerung, die uns wunderschöne Fotos der Brücken und der Landschaft des Firth of Forth schiessen liess, erreichten wir unser Ziel.
Das B&B war schnell gefunden und beim Chinesischen Take Away bekamen wir auch noch was leckeres zum Znacht.t – ok, Roman’s Bude hat danach etwas streng gerochen…


9. Tag, Samstag, Edinburgh bis Hull

Nach einem leckeren Frühstück (mit Haggis zum probieren) gings erst mal in die City von Edinburgh zur Stadtbesichtigung. Wir kamen gerade rechtzeitig, um das Spektakel der Wachablösung auf Edinburgh-Castle mitzuerleben.
Was für ein Rummel da herrscht....
Dann noch ein paar letzte Mitbringsel gekauft und auf dem schnellsten Weg auf nach Hull, diesmal vorwiegend auf der Dosenbahn, irgendwie läuft uns auf dieser Tour immer die Zeit davon.
Auch am letzten Tag auf der Insel durfte natürlich die obligatorische Dusche nicht fehlen, so kamen wir mehr oder weniger trocken um Fährhafen, wo wir bald unsere Mopeds verladen konnten und die Kabine bezogen.
Mit dem Anlegerbier in den Händen konnten wir das Auslaufen der Fähre durch eine sehr enge Schleuse beobachten und genossen dann einen herrlichen Sonnenuntergang auf dem Sonnendeck,
der natürlich ausgiebig gefilmt und fotografiert werden musste. Als die Sonne dann endgültig verschwunden war, stürzten wir uns noch auf das wiederum ausgezeichnete Buffet uns stillten unseren Hunger.
Mit einem letzten Singlemalt an der Bar beendeten wir unsere tolle Reise.


10. Tag, Sonntag, Zeebrügge bis zu Hause

Nach dem Ausschiffen und der Zollkontrolle machten wir uns auf den langen Heimweg. Jetzt heisst es wieder rechts fahren, was auf den ersten Kilometern recht eigenartig ist.
Die 750 Km bis in nach Hause ziehen sich endlos langweilig dahin, aber mit einer oder zwei Kaffee- und Tankpausen schafften wir auch die letzte Etappe unserer Tour.
Ich war so gegen 18 Uhr wieder daheim, Knipsi war etwa eine Stunde länger unterwegs.

Fazit:
Es war trotz den täglichen Regengüssen eine supertolle Reise. Die Unterkünfte und das Essen entsprachen meistens unseren Anforderungen.
eider konnten wir nicht alles besichtigen und ansehen, das wir auf unserer Reise gesehen haben, dazu müsste man vermutlich drei Wochen einplanen.
Durch die langen An- und Rückreisen nach Zeebrügge verloren wir zwei Tage unserer Ferien, das lässt sich jedoch nicht vermeiden – und für irgendetwas haben wir ja auch unsere Super-Tourer.


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