Ein Wochenende in den Seealpen 2002

 
Reise-Teilnehmer: Egon, Holger Reiseautor: Egon Zimmermann
An einem Samstag anfangs Juni beschlossen Holger und ich, unsere Pan's mal wieder durch die französischen Alpen zu jagen. Auf unsere Anfragen entschloss sich leider nur noch Philipp, es uns gleichzutun. So brachen wir eben zu dritt auf, um die Berge von Nizza nach Martigny zu überqueren.
Am Freitagnachmittag trafen wir uns, um auf der Autobahn die Strecke nach Nizza schnellstmöglich hinter uns zu bringen. Aber schon am Gotthard gerieten wir in den ersten Stau, der uns schon mal eine halbe Stunde Zeit kostete. Zügig versuchten wir, die verlorenen Minuten wieder aufzuholen, was uns jedoch genau in den Feierabendstau von Mailand brachte.
Wir kämpften uns durch die Kolonnen und konnten endlich zufahren. Abends um 9 Uhr erreichten wir Nizza und bezogen unser Hotel.
Nach einer Dusche gingen wir etwas essen und genehmigten uns auch noch ein paar Bierchen. Kurz nach Mitternacht war schlafen angesagt, denn wir wollten am nächsten Tag früh raus.
Pünktlich um 8 Uhr am Morgen das Frühstück, dann rein in die Klamotten und rauf aufs Moped.
Das erste Hindernis unserer Reise nach Hause war der Col de la Bonette, und wir brachten die lange Anfahrt in ordentlichem Tempo hinter uns.
Freude kam auf, als die Kurven immer enger und die Strasse immer steiler wurde. Endlich waren wir auf dem Kulminationspunkt und konnten ein paar Fotos schiessen. Es folgte die Abfahrt nach Jausiers, von dort ging's weiter nach Barcelonette.

Die Strasse zum Col de la Cayolle, wunderschöne Kurven und kaum Verkehr, Herz was willst du mehr???

Schon bald waren wir auf der Passhöhe angekommen und schossen die obligatorischen Fotos. Dann runter nach Saint-Martin-d'Entraunes, dort rechts weg über den
Col des Champs und weiter nach Colmars des Alpes. Auch auf dieser Strasse kaum ein Auto, so macht Motorradfahren spass. Jetzt war der Col d' Allos an der Reihe, von uns überquert zu werden. Auch dieser Pass gehört zu der Kategorie der wenigbefahrenen, auf jeden Fall an diesem Samstag. Es macht doch wesentlich mehr Freude beim Fahren, wenn nicht hinter jeder Kurve ein Sonntagsfahrer seine Mutti spazieren fährt.

Wieder in Barcelonette angelangt, steuerten wir den Lac de Serre-Poncon an, an dessen Ufer entlang die Reise nach Guillestre weiterging. Zum Abschluss des ersten Tages wartete nun noch der Col d' Izoard auf uns, dessen karge, steinige Gipfelregion jedes Mal wieder fasziniert. Auch hier oben mussten unbedingt einige Fotos geschossen werden. Die Abfahrt nach Briancon, einer der höchstgelegenen Städte in Europa war auch bald geschafft, und nun konnten wir uns auf die Suche nach einem Hotel machen. Doch was für ein Pech, wegen der französischen Radmeisterschaft war alles ausgebucht. Also fuhren wir in Richtung Italien nach Montegenevre, wo wir gleich beim ersten Hotel Platz fanden.

Nach einer erfrischenden Dusche konnten wir uns an einem guten Essen erfreuen und liessen den Tag nochmals Revue passieren. Dann ging's mal wieder ab ins Bett.
Am Sonntagmorgen der Blick aus dem Fenster, oh Schreck, Regenwolken hingen tief am Himmel. Zum Glück nur über Italien, denn in Briancon guckte die Sonne hervor und nach einem hastigen Frühstück nahmen wir die letzte Etappe unserer Reise in Angriff. Via Col du Lautaret , Col du Galibier und Col du Telegraph gelangten wir nach Saint-Michel-de-Maurienne. Wahnsinn, wie viele Radfahrer diese Pässe erklettern wollten, ein zähes Volk, Hut ab.

Da wir ja gut motorisiert waren und uns nicht so abstrampeln mussten, wollten wir auch noch die beiden etwas kleineren Pässe Col de la Croix de Fer und
Col du Glandon mitnehmen. Hier fand irgend so eine Provinzbergmeisterschaft der Radfahrer statt, wir mussten ständig hinter den Radlern und deren Begleitfahrzeugen hertrödeln. Immer wieder versperrten diese uns die Weiterfahrt. Schliesslich schafften wir auch dieses Hindernis und erreichten Saint-Jean-de-Maurienne. Auf der anderen Talseite wartete nun der Col de la Madeleine auf uns. Alle diese Passstrassen sind weltbekannt durch die Tour de France. Jedes Jahr quälen sich die Profiradfahrer über die eine oder andere Steigung. Für den Motorradfahrer ist diese Gegend ein Eldorado, besonders unter der Woche. Der Verkehr ist minimal und die Gegend wunderschön. Auf der Passhöhe nahmen wir einen kleinen Imbiss zur Stärkung ein, dann machten wir uns auf in Richtung Kleinem St. Bernhard. Auch hier schöne Strassen ohne viel Verkehr. Die Abfahrt ins Aostatal wurde durch einen kurzen Regenschauer etwas getrübt. Unten im Tal war es jedoch schon wieder trocken.

Von Aosta aus lag nun noch der letzte Berg vor uns, der Grosse St. Bernhard, dessen Hunde auf der ganzen Welt bekannt sind. Auch auf der Fahrt hinauf regnete es ein wenig, aber auf der Passhöhe schien schon wieder die Sonne. Nun noch die Talfahrt nach Martigny, dann auf die Autobahn und so schnell wie möglich heimwärts.
Unser Fazit: Im Herbst wollen wir wieder in diese Gegend, wir haben noch lange nicht genug. Eventuell gibt es dann noch ein paar ST1100er mehr, die mitkommen wollen. Anbei noch eine Karte unserer Route. Auch die Fotos dieser Reise wird Holger bereitstellen, damit jeder, der nicht dabei war, neidisch wird.

Egon Zimmermann


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